Hormonmädchen

Transsexualität

Aussterbende „Spezies“

In den letzten Monaten und vor allem in der virtuellen Welt, merke ich mein Alter immer mehr. Mir scheint es, dass ich zu einer aussterbenden Rasse gehöre.
Ich meine nicht damit mich als Frau, nein die gibt es immer noch. Ich meine den Weg, den ich gegangen bin. In Zeiten des Internets, der vielen Informationsquellen, die es heutzutage gibt: Facebook, youtube, GuteFrage, usw. findet man schnell “Lösungen” für jedes “Problem”.
Ich sehe das mit einem lachenden und weinendem Auge. Ich freue mich für junge Menschen, die so schnell herausfinden, was mit ihnen los ist, die schon früh gegengeschlechtliche Maßnahmen einleiten können und somit ein sorgenfreieres Leben führen werden, als ich es mache.
Ein Leben ohne Angst, durch männliche Merkmale zwangsgeoutet zu werden, ein Leben, das fast dem einer nicht transsexuellen Frau ähnelt.
Viele Frauen wie ich eine bin hatten diese Möglichkeiten nicht, es gab kein Internet und auch so kaum Informationen über Transsexualität. Und so gingen Viele von ihnen jahrzehntelange Irrwege, bis sie herausfanden was sie sind. Diese Möglichkeit ist ein Segen, doch nun kommt der traurige Aspekt, den ich dabei empfinde.

Die jungen Menschen scheinen das Warten verlernt zu haben, vieles kann ihnen nicht schnell genug gehen und was ich manchmal als noch schlimmer empfinden, sie gehen nicht ihren Weg. Es gibt sehr viele junge Menschen, die den Weg anderer transsexuellen Menschen nacheifern. Manche bemerken dabei gar nicht, dass es ein Weg ist, der sie nicht glücklich machen wird.
Ich rate daher allen, lasst euch Zeit, geht euren Weg und nur, wenn ihr euch sicher seid.

Jeder Weg ist lebenswert und eurer ist der Beste für EUCH!

 

One thought on “Aussterbende „Spezies“

  • Isi sagt:

    Vor einiger Zeit sah ich in einem Park zwei jungen Männern beim öffentlichen Schachspielen zu.
    Du weißt schon diese großen Schachfiguren, die im Freien verwendet werden.
    Zwischen jedem ihrer Züge daddelten sie auf ihren Smartphones – und sie spielten ein grauenhaftes Schach.
    Selbst wir in der 5. Klasse hatten besser gespielt als diese beiden Männer, die, wie ich aus ihren Gespräachen entnehmen konnte, Studenten waren.
    So sind sie, die Jungen.
    Multitaskingfähig, immer online, immer am Puls der Zeit, aber unfähig, sich intensiv auf EINE Sache einzulassen und darin ihren eigenen Weg zu finden.
    Was du, Petra, beklagst, ist tatsächlich der Abgesang einer aussterbenden Spezies, eine, die noch das Knistern von Schallplatten liebte und das Rascheln von Bücherseiten beim Lesen.
    Sichr haben wir es nicht so einfach, wie die Jungen heute, aber haben sie es besser?
    Oder haben wir nicht unsere Stärke, unsere innere Festigkeit gerade durch unseren Leidensweg erreicht?
    In Abwandlung eines britischen Sprichworts möchte ich sagen:
    Right or wrong – my way.

    Fühl dich geknuddelt.

     

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