Hormonmädchen

Transsexualität

Bewegungen und Gangart bei Frauen

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Der Unterschied zwischen Männer und Frauen: Bewegung und Gangart

Neben dem optischen und dem stimmlichen Unterschieden bei Mann und Frau, kann auch der Bewegungsaspekt ein großes Thema für transsexuelle Menschen sein. Doch unterscheiden sich Frauen und Männer in Punkto sitzen, stehen, gehen … oder sind dies “nur” Klischees?

Bei vielen wissenschaftlichen Studien fand man heraus, dass schon in frühen Kinderjahren dort Unterschiede zu finden sind. In der Pubertät, wenn man seinen Platz gefunden hat (oder glaubt gefunden zu haben) bilden sich sichtbare Unterschiede zwischen den Geschlechtern:

Allgemeine Merkmale (nach Hanna, 1988, 160-161):

Männer kontrollieren größeren Raum Frauen weichen aus, machen sich klein,
drängeln sich durch; man hält Abstand bzw. macht Platz für sie man geht nahe an sie heran
Insgesamt mehr Bewegung; entspannt, Weniger Bewegung, begrenzt auf engeres
ausgreifend, ohne Begrenzungen Umfeld des Körpers
Entsprechend größere Gesten Kleinere, weniger raumgreifende Gesten
dabei Arm und Hand als Einheit Arme und Hände für sich bewegt
Weniger (bis null) Gesichtsausdruck Mehr / aktiverer Gesichtsausdruck
Erwidern seltener ein Lächeln Erwidern Lächeln oft, ja fast immer
Männer fassen fremde Frauen an (Schulter, einhaken) Frauen fassen fremde Männer nicht an
Händeschütteln zur Begrüßung Häufig Umarmung zur Begrüßung
Männer fassen fremde Männer sehr selten an Frauen fassen fremde Frauen öfters an;
fummeln wenig an sich herum fummeln viel an sich herum

Spezielle Beispiele: Stehen

männlich weiblich
Füße auseinander Füße zusammen
Armbewegungen aus der Schulter Armbewegungen aus dem Ellenbogen
Handgelenk fest und gerade Handgelenk schlaff oder gebeugt
Hände in den Taschen lebhafte Handbewegungen

Sitzen

auf der Stuhlkante oder zu ihr hin auf der Fläche des Stuhls, Hintern an der Lehne
Beine auseinander (ggf. breit übereinander, Knöchel auf Knie) Beine zusammen (ggf. eng übereinandergeschlagen, Knie zusammen)
(Arm- und Handbewegungen wie oben)

Gehen

lange Schritte (ggf. langsamer) kurze Schritte (ggf. schneller)
wenig Hüftbewegung ausgeprägter Hüftschwung
Füße links und rechts einer Linie Füße auf einer Linie in Wegrichtung
Oberarme hängen lose Oberarme eng am Körper
Geschlechtsspezifische Körpersprache: http://www.dalank.de/male/SL_20422.html

Besonders beim Gehen fallen oftmals transsexuelle Frauen auf, daher hier noch eine etwas genauere Betrachtung:

“…es gibt typisch weibliche und typisch männliche Gangarten. Diese bilden sich bereits sehr früh heraus: Schon ab vier Jahren unterscheidet sich der Gang von Jungen und Mädchen.

So einen richtigen Kerl erkennt man am Cowboygang: raumgreifende Schritte, ausladende Oberkörperbewegungen, abgespreizte Ellbogen. Damenhaft dagegen wirkt es, wenn die Arme eng am Körper gehalten, die Knie geschlossen, die Füße voreinander gesetzt werden. So schreitet eine Prinzessin.

Wie jedes Klischee hat auch dieses einen wahren Kern. Die Gangbilder von Männern und Frauen lassen sich recht einfach unterscheiden. “

Quelle: http://www.welt.de/wissenschaft/article1949824/Der-Gang-der-Frauen-und-Maenner-attraktiv-macht.html

Interessant dazu ist der “Point-Light-Walker” auf dem man sehr gut erkennen kann worin sich die Gangart unterscheidet. http://www.biomotionlab.ca/Demos/BMLwalker.html

Gangart Frau Mann

Was hat dies nun mit Transsexualität zu tun?

Ich habe in den letzten Jahren festgestellt, dass es scheinbar unterschiedliche Gruppe unter transsexuellen Frauen gibt:

  • die Frauen, die immer weich und recht feminin waren und sind
  • die Frauen, die in früheren Jahren eine nahezu perfekte männliche Rolle spielten

Sicherlich hatte es die erste Gruppe früher schwieriger, da sie nie so richtig in die männliche Rolle passte und deshalb schon früh Mobbingopfer waren. Dafür ist der “Wechsel” nach erfolgter optischer Anpassung erheblich einfacher. Da gibt es oftmals keine männlichen Bewegungen und auch die Sprache wirkt oftmals direkt stimmig.

Anders sieht dies nun bei denjenigen aus, die Jahre oder Jahrzehntelang versucht haben “ihren Mann zu stehen”.  Oftmals fallen sie selbst nach erfolgter optischer Anpassung noch durch hölzerne Bewegungen und maskuline Sprechweise auf.

Ich war Anfangs der Meinung das dies automatisch relativ schnell dem weiblichen Inneren angepasst würde.

Dies ist scheinbar nicht so

Ich vergleiche es  mit spät erkannten Linkshändern, die Jahrzehntelang versuchten mit rechts zu schreiben. Das klappt irgendwann recht gut. Wenn man dann aber plötzlich endlich mit links schreiben kann, so wird man auch eine lange Zeit immer wieder auf die rechte Hand wechseln.

Daher heißt es auch hier (wie bei der Stimme) für manche: ÜBEN

Wie funktioniert dies nun?

  • Als Erstes, macht euch obige Unterschiede bewusst.
  • Beobachte andere Frauen (CIS), ob euch noch andere Dinge auffallen.
  • Fragt eure Freunde, Angehörige, ob euch Dinge an euch auffallen.
  • Erwartet keine Wunder, es braucht seine Zeit. Genauso wie ihr eure männliche Attitude angewöhnt habt, so kann man sich diese auch wieder abtrainieren.
  • Und das Wichtigste (war es zumindest bei mir): TRAUT EUCH! Habt keine Angst, dass etwas komisch aussehen könnte

Hilfreich kann dabei auch sein, sich aufzunehmen. Auch wenn dies Anfangs etwas ungewohnt und befremdlich ist, so kann es Dir wichtige Erkenntnisse geben über das, was Du noch verbessern kannst.

 
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