Hormonmädchen

Transsexualität

FAQ

image_pdfimage_print

faq_160In den letzten Jahren haben mich oft Menschen kontaktiert, da sie das Gefühl hatten oder wussten, dass sie transsexuell sind. Am Anfang sind fast alle sehr unsicher und haben verschiedene Ängste und Fragen. Ich habe auch festgestellt, dass so mancher ein wenig lesefaul ist oder auch nicht telefonieren mag. So entstand diese Liste hier.

Hallo, mein Name ist …, bin ich transsexuell?
Das kann ich keinem sagen, da ich nicht in Dich hineinschauen kann. Du wirst früher oder später selber beantworten können, da Du der Einzige bist, der das mit Sicherheit weiß.

Woher bekomme ich Hormone und wie wirken diese?
Bei mir nicht und Du solltest diese nur unter ärztlicher Aufsicht nehmen. Falls Du sie Dir doch im Internet besorgst, solltest Du zu mindestens regelmäßig Bluttests durchführen lassen. Bespreche die Medikation mit Deinem Arzt oder einem Endokrinologen. Hormone wirken nicht wie Zauberpillen. Die Veränderung geschieht langsam und oftmals wird diese auch mehr von Deinem Umfeld wahrgenommen. Fotos in bestimmten Abständen haben mir dabei geholfen, diese Unterschiede sichtbarer zu machen. Deine Haut wird weicher, deine Körperbehaarung nimmt ab, das Brustwachstum nimmt zu, die Körperfettverteilung verändert sich und die Muskelkraft nimmt ab. Was sich nicht verändert ist Deine Stimme (sofern Du bereits den Stimmbruch durchlaufen hast), die Gesichtsbehaarung (bzw. nur minimal).

Ich möchte so aussehen wie …, wie mache ich das?
Transsexualität ist kein Schönheitswettbewerb. Ich habe festgestellt, dass die attraktivsten transsexuellen Frauen die sind, die bei sich angekommen sind, das sieht man dann an ihrem Strahlen. Es gibt aber mittlerweile viele Möglichkeiten das Gesicht zu verschönern, sei es mit herkömmlichem Makeup oder mit Gesichts-Feminisierungs-Operationen (FFS). Auch den Körper kann man durch gesunde Ernährung und Sport auf mögliche Gewichtszunahme (nach der GaOp oder durch Hormone) vorbereiten. Imitiere aber keinen Menschen, sondern lebe dein Leben, mit Deinen Möglichkeiten.

Wie lange dauert es bis ich Frau/Mann bin?
Frau/Mann sein definiert sich nicht durch die körperliche Veränderung. Wenn Du Frau/Mann bist (transsexuelle/r Frau/Mann), dann bist Du das bereits jetzt. Die körperliche Angleichung dauert aber unterschiedlich lang. Lass Dir die Zeit, die Du für diesen Weg benötigst. Das Ganze ist kein Wettbewerb. Ich habe für die Angleichung (Alltagstest bis zur 2ten GaOP mit Brustaufbau) ca. 2 Jahre benötigt.

Wie schmerzhaft ist das Alles?
Wie nach jedem operativen Eingriff hat man in der Regel eine Heilungsphase. In dieser Zeit bekommst Du Schmerzmittel, so dass Du nur wenig bis gar nichts von den Schmerzen spürst. Ich habe z.B. schon 8 Tage nach dem Krankenhausaufenthalt wieder gearbeitet, aber das ist bei jedem anders.

Was kostet das Alles?
Bis auf Deinen tariflichen Eigenanteil übernimmt die Krankenversicherung den größten Teil der Kosten für die Angleichung (Hormontherapie HRT, Geschlechtsangleichende Operation GaOp, Logopädie). Manches, falls gewünscht, muss aber auch manchmal selber bezahlt werden (Gesichtsfeminisierung, Laserhaarentfernung)

Wie mache ich mein Coming Out?
Du bestimmst den richtigen Zeitpunkt. Finde heraus was Du bist, wenn Du dazu Hilfe benötigst, weihe einen engen Vertrauten (Freund, Familie) ein. Deine Coming Out findet nach und nach von ganz alleine statt. Wenn Du sicher bist, dass Du diesen Weg gehen möchtest, solltest Du Dir aber überlegen, wie Du das in der Schule oder auf der Arbeit machst. Ich habe einen offenen Brief an alle meine Kunden geschrieben (ich bin selbstständig und habe ein Reisebüro). Falls Du angestellt bist oder noch zur Schule gehst, spreche mit Deinem Vorgesetzten oder dem Vertrauenslehrer.

Ich bin … alt, bin ich nicht schon zu alt?
Nein, man ist nie zu alt für diesen Weg. Ich war über 40, als ich losgegangen bin. Selbst GaOps wurden schon bei Menschen über 60 durchgeführt.

Hier geht es zu einem möglichen Weg –>

 
Teilen auf ...
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

2 thoughts on “FAQ

  • Greta sagt:

    Ich habe eine ganz andere Frage. Gibt es Statistiken, die man irgendwo einsehen, bezüglich der Selbstmordrate oder versuchter Selbstmord, bei transidenten Menschen hier in Deutschland? Aus den USA weiß ich, dass die Rate bei versuchtem Selbstmord bei 41% liegt.

     
  • Isi sagt:

    Es gibt sicherlich solche Statistiken – einfach mal googeln.
    Dann kommst du auf Seiten wie diese hier:
    http://www.dijg.de/transsexualitaet-geschlechtsumwandlung/studien/
    Die Frage ist nur: was soll das aussagen?
    Dass es lebensgefährlich ist, transident zu sein?
    Es also besser nicht zu sein?
    Na, dann versuch das mal!
    😀
    Nein, die Kernaussage dieser Seite bezieht sich darauf, dass eine GAOP keine allglücklichmachende Lösung sei.
    Als Beleg wird die 20 Mal höhere Suizidrate angeführt.
    Die Absicht dahinter ist leicht durchschaubar:
    Die Kostenübernahme der GAOP soll infrage gestellt werden, da sie nicht zu einer Linderung, sondern im Ggt. zu einer höheren Mortalität führt.
    Doch da kommt die alte Statistenweisheit:
    Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.
    Der Vergleich von operierten Transmenschen mit der Allgemeinbevölkerung ist ohne jeglichen Aussagewert außer dem, dass Transmenschen eher Suizid begehen.
    Ein Vegleich der Wirksamkeit der GAOP müsste die Mortalität von Transmenschen MIT GAOP mit jenen OHNE GAOP vergleichen.
    Dies jedoch gestaltet sich schwierig, da niemand weiß, wie hoch die Dunkelziffer der Transmenschen ist, die sich nie zu outen getrauen und dementsprechend auch nie einne GAOP haben werden.
    Für einen echten Vergleich müsste man ALLE Suizide der Gesamtbevölkerung darauf untersuchen, wie viele Transmenschen darunter sind (was nachträglich natürlich nur theoretisch möglich ist) und diese Zahl dann in Relation setzen zu den Transmenschen, die sich geoutet haben, ihr wahres Leben lebten, ihre GAOP hatten und sich dann dennoch suizidierten.
    Insofern sieh bitte alle Statistiken über Suizide und Suizidversuche kritisch, und bedenke, dass TS durchus eine Komorbidität sein kann zu z.B. ADHS, Borderline oder Depression und das Suizidverlangen auch auf die diese Erkrankungen zurückzuführen sein kann und nicht am TS liegen muss.

    Bei jeder Statistik, bei jeder Untersuchung immer fragen: wer hat es in Auftrag gegeben, wer hat es bezahlt, und welche Absicht steckt dahinter.
    Oder wie die alten Römer sagten: cui bono (wem nutzt es)?

     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.