Hormonmädchen

Transsexualität

Ziele und Wünsche

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Was wünscht sich ein transsexueller Mensch?

targetIch habe vor einiger Zeit einen Podcast von einem lieben Menschen gehört, der dort seine Bewunderung für Unsereins aussprach. Aber wollen wir wirklich bewundert werden? Ich hatte ja auch schon ein wenig in meinem Beitrag für Angehörige darüber geschrieben, aber es scheint vielen Menschen nachwievor nicht klar zu sein, was wir denn eigentlich wollen. Und um es vorweg zu nehmen es ist: NORMALITÄT

Jeder transsexuelle Mensch wünscht sich ein Leben bei dem „das Transsexuelle“ kein Thema mehr ist. Das hat nun auch nichts mit Verschweigen zu tun, sondern einfach mit dem „Nicht-Besonders-Sein“. Daher sind wir auch für ganz andere Bemerkungen und Fragen empfänglich.

Ich glaube viele Frauen würden sich nicht darüber freuen, wenn sie nach ihrem Kinderwunsch gefragt werden, von der Frage, ob man schwanger sei, ganz zu schweigen.

Sicherlich muss man bei den Wünschen auch ein wenig unterscheiden. Je nachdem seit wann man den Menschen kennt und ob dieser selber „betroffen“ ist oder nicht. Ich war in den letzten Jahren sehr viel in verschiedenen Foren unterwegs und so habe ich auch festgestellt, dass transsexuelle Menschen untereinander sich etwas Anderes wünschen, als von ihrer Familie oder neuen Bekannten.

Unter „Gleichgesinnten“:

Dort fühlt man sich verstanden, dort möchte man schwach sein, auch mal jammern dürfen, aber auch für Dinge bewundert werden, die für Außenstehende kaum nachvollziehbar sind.
Vieles hat dort mit dem Coming Out zu tun, mit körperlichen Veränderungen. Sei es bei Frauen das Brustwachstum oder das Wachsen der Haare oder bei Männern, das Einsetzen des Stimmbruchs oder des Bartwuchses. Manches erinnert dort Außenstehende daher sehr an die jugendliche Pubertät.

Von Menschen, die von dieser Vergangenheit wissen

Dort ist das wichtigste Wort dann wohl „Akzeptanz“ und nicht Toleranz. Wir möchten akzeptiert werden in unserem Sein. Sicherlich ändert sich das Empfinden gerade beim direkten Umfeld (siehe dazu: Angehörige )
Aber das Endziel ist Akzeptanz von dem was wir sind: FRAU / MANN

Wir hassen daher Zwangsoutings gegenüber Dritter. Auf Fragen von anderen wie: “War das mal ein Mann?“ muss man nicht lügen, aber Antworten wie: „Ja“ sind Todsünden in unseren Augen und letzendliche waren transsexuelle Frauen eben schon immer Frauen und transsexuelle Männer schon immer Männer.

Von Menschen, die nichts wissen oder ahnen

das es nicht Erwähnenswert ist. Das man diesen Menschen kennenlernt genauso wie jeden anderen Menschen auch. Diese Normalität des Alltags ist für viele transsexuelle Menschen das größte Geschenk was man ihnen machen kann. Und selbst, wenn man es jemanden ansehen sollte, dass sie/er womöglich körperlich mal dem anderen Geschlecht zugeordnet wurde, so sollte das nie ein so bedeutendes Thema sein, dass man diesen dann darauf reduziert oder anspricht.

Die meisten transsexuellen Menschen werden VON SICH AUS den engsten Menschen etwas sagen, aber der Zeitpunkt sollte ihnen überlassen werden.

Es gibt Menschen, die sagen mir, dass dies nie erreicht wird, die halten es für unmöglich, dass Transsexualität mal etwas so Normales sein wird, wie eine Mandel-OP oder eine Phimose.
Ich glaube, dass das ganze mit der Selbstakzeptanz anfängt. Eine Normalität in der Gesellschaft kann nur dann erreicht werden, in dem man sich selber als ganz normale Frau oder Mann sieht. Erst wenn man sich selber selbstbewusst darüber im Klaren ist, dass transsexuelle Menschen so unspektakulär wie nichttranssexuelle Menschen sind, kann man etwas erreichen.
Sicherlich ist dies nicht einfach, aber man sollte es wenigstens versuchen. Veränderungen passieren im Kopf und damit meine ich als Erstes, im Eigenen. Und daher möchte ich hier noch ein schlaues Zitat wiedergeben:

worte

 
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