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Transsexualität

Presse

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fbcid373981480-56485871-hqDieser Bereich ist sowohl für den Journalisten, als auch für transsexuelle Menschen, die angesprochenen werden, gedacht. Ich habe ja nun auch einige wenige Erfahrungen gemacht und bin Anfangs sicherlich etwas naiv an die Sache herangegangen.

Falls also jemand von der Presse auf Dich zugehen sollte, um Deine „außergewöhnliche“ Geschichte zu veröffentlichen sollten Dir einige Dinge bewusst sein:

aus der Sicht von Transsexuellen

  • Neuer Freund? der Journalist/der Redakteur macht seinen Job. In bestimmten Phasen der Angleichung kann es passieren, dass man jeden, der sich für einen interessiert, direkt für seinen Freund hält. Also egal, wie nett jemand zu Dir ist, in erster Linie geht es Deinem gegenüber um die Story, die er verkaufen möchte
  • Voll geil eh. Achte auf Deine Wortwahl. Denke noch einmal nach, bevor Du etwas sagst. Gesagtes kann man nur schwer zurücknehmen.
  • Schicker Ledermini. Achte auch auf Dein Äußeres. Wenn Du nicht als Freak und möglichst normal erscheinen möchtest, greif nicht zu übertriebenen Äußeren, lass Dich ggf. von Freunden beraten.
  • Umfrage über transsexuelle Menschen im Bezug auf paranormale Begegnungen im sozialistischem Dilemma der französischen Revolution. Lass Dir vorher sagen, worum es genau geht. Ist Transsexualität das Hauptthema und kannst Du Dich überhaupt mir dem Inhalt identifizieren?
  • Ich muss weg. Ein Interview mit ein paar Fotos kann durchaus einige Stunden dauern und auch ein kurzer Gastauftritt im Fernsehen ist nicht mit ein paar Minuten Dreharbeiten abgetan. Frag also vorher, wieviel Zeit Du einplanen solltest, damit Du nicht mittendrin abbrechen musst.
  • Werd ich jetzt berühmt? Manchmal bekommst Du keine Garantie dafür, dass es dann auch wirklich veröffentlicht wird. Und wer es liest/schaut ist ja nicht wirklich klar. Unter „Betroffenen“ wirst Du meist aber erkannt, aber keineswegs immer beliebt sein.
  • Warst Du nicht die, die im Fernsehen beim Frauenarzt zu sehen war? Mach Dir bewusst, dass Du danach „öffentlich“ bist. Das Internet vergisst nie. Also alles, was Du von Dir preis gibst, wird noch in Jahren im Netz zu finden sein (kann z.B. Problematisch bei der Berufs- oder Partnersuche sein)
  • Hast Du mal ein Euro? Vereinbare ein Honorar. Je nach Zeitung/Sender ist natürlich auch das Budget (50-1500 €). Natürlich kannst Du auch ehrenamtlich Öffentlichkeitsarbeit machen, aber draufzahlen (Reisekosten) solltest Du nie. Beachte aber, dass gewisse Operationen auch vom Sender (durch Product Placement) übernommen werden (Thema: Operationssendungen)
  • Ähhh, das habe ich doch so gar nicht gesagt. Lass Dir den geschriebenen Artikel vor Veröffentlichung nochmals zeigen. Bei Fernsehaufnahmen ist das leider weit aus schwieriger, da man das Endprodukt erst bei der Ausstrahlung zu sehen bekommt und auch hier ist eine Rechteverwertung nicht möglich ist.
  • Ich bin doch nicht krank? Falls Dein Interview oder Beitrag im Zusammenhang mit außergewöhnlichen Krankheiten veröffentlicht wird und noch anderen Personen in dem Bericht mit eingebunden werden, kann Dich durchaus als kranken Mensch darstellen, egal was Du gesagt hast. Also frag auch, ob noch mehr Personen zu dem Thema interviewt werden. Wenn ja, was sie dazu gesagt habe.
  • Post vom Anwalt! Sei vorsichtig mit unautorisierten Veröffentlichungen, sonst landet auch gerne mal schnell eine Abmahnung mit Unterlassungserklärung auf deinem Tisch. Lass dir Rechte für die Veröffentlichung auf Deiner Website geben.

Für Journalisten und Redakteure

Als Erstes freut es mich sehr, dass Sie sich für das Thema interessieren und es so in die Öffentlichkeit tragen. Da ich nicht von „Nichtbetroffenen“ erwarten darf, dass sie direkt jedes Wort richtig verwenden und die Unterschiede zwischen: Transsexualität, Transgender, Transvestit genau erklären können. Ich möchte Ihnen kleine Dinge an die Hand geben, die bei Ihrer Arbeit sicherlich hilfreich sein werden und Ihnen, beim schreiben eines qualitativ hochwertigen Artikels, mit einer Inhaltlich korrekten Darstellung der Materie, viel Arbeit ersparen könnten
Nachfolgend finden sie die häufigsten Fehler, die gemacht werden:

Stand 2014 in den Medien

„Transsexuelle Frauen sind Männer, die gerne Frauenkleidung tragen, sich schon als Kind geschminkt haben und dann per Geschlechtsumwandlung zu etwas geworden sind, was aussieht wie eine Frau aber natürlich keine ist.“

Vermeidbare Fehler

  • Geschlechtsumwandlung. Hier wird nichts umgewandelt, da wir uns ja auch nicht bei Zauberern in Behandlung geben, sondern gewisse körperliche Merkmale werden angeglichen.
  • Aus Mann wird Frau. Da sind wir wieder bei der Zauberei. Dafür müssen sie wissen, dass sich das Geschlecht nicht durch irgendwelche Genitalien definiert. Ich möchte ihnen hier auch keinen Biologiekurs geben, sondern nur sagen, dass z.B. ich schon immer eine Frau war, nur eben früher mit einem Penis. Darüber gibt es mittlerweile Studien, die das sogenannte „Hirngeschlecht“ belegen
  • Homosexuell VS Transsexuell. Das sind zwei unterschiedliche Themen. Das eine hat mit dem anderen rein gar nichts zu tun, auch wenn es sehr wohl homosexuelle Transsexuelle gibt. Das Eine ist eine sexuelle Orientierung und das Andere die Gewissheit, dass man irgendwie den falschen Körper hat.
  • Er, sie, es. Vermeiden sie, nein, benutzen sie bitte nie die falsche Pronomen, sonst sind wir wieder im Bereich von David Copperfield J Also, mein Name ist Petra und ich bin eine Frau, also nichts mit „ER“
  • ??? Es würde mich sehr freuen wenn Sie, wenn etwas nicht klar ist, mich bitten es noch mal zu erläutern. Es gibt, so glaube ich, kaum Menschen, die freiwillig soviel von ihrem Innersten preisgeben wie Transsexuelle.
  • Der Glaube. Sätze wie: „sie glaubt eine Frau zu sein“, sind eine vollkommene falsche Darstellung. Eine Korrekte Wiedergabe von meinem Ich ist z.B.: „Ihr wurde bewusst, dass sie eine Frau ist“. Transsexualität hat etwas mit innerster Erkenntnis zu tun
  • Name. Sie wurde als Horst geboren. Kein Mensch wird mit einem Namen geboren.
  • Gleiche Individuen. nicht jede transsexuelle Frau ist gleich. Manche Dinge vereinen uns, aber es gibt auch eine Menge Unterschiede zwischen Transsexuellen. (Nicht jede macht z.B. die GaOP – angleichende Operation).
  • Die Dreiköpfige Schlange. Falls ihnen das Ganze nun nicht mehr interessant oder sensationell genug erscheinen mag, so bemühe ich mich gerne sie vom Gegenteil zu überzeugen oder sie suchen sich vielleicht doch eher jemanden aus dem Hokus-Pokus-Gewerbe

gelungene Beispiele

 
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